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Die Bilder sind das Ergebnis einer Kooperation mit der Foto-AG der VHS Wilhelmshaven.

© Manfred Herbst, Thomas Schwonke, Marco Wadin, Heinz Wendeling, Gerd Wassermeier.

Bildergalerie

Am 15. September 2019 starten wir unser Herbstprogramm mit der traditionellen Jam-Session.

Jam-Sessiom Sep. 19Jam-Sessiom Sep. 19

Am 17.09. gibt es in Jever eine Veranstaltung, auf die wir gerne hinweisen:

Wie der Jazz unter die Nazis fiel - Jazz in Europa

Dienstag, 17. September, 19:30 Uhr, hält der Historiker und Jazzexperte Heiko Pannbacker MA (Hannover) einen Vortrag mit viel Musik zum Thema „Wie der Jazz unter die Nazis fiel – Jazz in Europa“. Ort ist das GröschlerHaus, Jever, Gr. Wasserpfortstraße 19. Der Eintritt ist frei.

Die Jazz-Musik entstand vor gut 100 Jahren in den USA und war gezwungen, sich dort unter gleich zwei einengenden Bedingungen zu entwickeln.  Zum einen war es die kommerzielle Ausbeutung der Musiker und zum anderen die gesellschaftlichen Umstände und hier insbesondere der alltägliche Rassismus. Denn der Jazz war die Kunst der Afro-Amerikaner.

Viele schwarze Musiker wie Coleman Hawkins oder Sidney Bechet gingen in den 1920er Jahren deshalb nach Europa, um hier einen akzeptablen Existenzunterhalt zu finden und ein Leben ohne oder mit zumindest weniger Diskriminierung zu führen. Miles Davis sagte einmal auf die Frage, warum er gerne in Europa spiele, dass er dort die Clubs, in denen er auftrat,  durch den Vordereingang betreten dürfe. Die in den Golden Twenties unerhört moderne und die Beine zur Bewegung ansteckende Musik überrollte Europa im Sturm. Auch Deutschland war zwischen den Weltkriegen Jazzland, selbst in Jever spielten um 1930 regelmäßig „Jazz-Kapellen“ zum Tanz auf.

Im Laufe der Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg kam es zu einer Entwicklung, in der völkische Kreise der äußersten Rechten diese als fremd empfundene Musik als unerwünschte Kulturinvasion brandmarkten. 1929 forderte z.B. der Deutsche Frauenkampfbund ein „Verbot von Saxophonen und Negertänzen“. Gerade das Saxophon war verdächtig, die abendländische Kultur zu gefährden, war es doch von einem Juden, Adolph Sax, erfunden worden. Ein Jahr später wurde für Thüringen ein Jazzverbot erlassen. Die Nationalsozialisten stuften den Jazz ab 1933 dann als „entartete Musik“ ein. Doch allen Versuchen zum Trotz war diese vitale Musik nicht kleinzukriegen.

Die damals vorherrschende großorchestrale Stilform Swing (Count Basie, Bennie Goodman) blieb die internationale Popmusik der 1930er und 1940er und elektrisierte die Massen. Anfang der 1940er Jahre gründete NS-Propagandaminister Goebbels aus propagandistischen Gründen sein eigenes Swing Orchester. Im Ghetto Theresienstadt existierte eine Big-Band der Totgeweihten, von der eine Filmaufnahme existiert. Der Gitarrist Coco Schumann, der Theresienstadt und Auschwitz überlebte, sagte einmal: Ich bin kein KZler, der Musik gemacht hat, ich bin ein Musiker der im KZ gesessen hat.“

 

Mit freundlichen Grüßen, Hartmut Peters


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Hartmut Peters
GRÖSCHLERHAUS JEVER - Zentrum für Jüdische Geschichte und Zeitgeschichte von Friesland
WWW.GROESCHLERHAUS.EU - Internetmagazin für Jüdische Geschichte und Zeitgeschichte von Friesland
Post: 26382 Wilhelmshaven, Marienstraße 31
Tel.: 04421 / 44381

 

Am 20. Oktober 2019 spielt dann das Bergmann-Moritz-Quintett feat. Sandra Hempel.

Am 17. November 2019 kommt das Judith Tellado Trio mit Paulo Pereira zu uns.

Im Dezember kommt dann Tin Tin Deo zu uns, eine Gruppe, die mit Latin Jazz Aufmerksamkeit erregt hat.
Reinschauen bzw. -hören kann man hier: http://www.tintindeo.de/

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